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Flüssiggaspreis Ø: 39,15 Cents
Stand: 03.12.2019, Literpreis inkl. MwSt.
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10.03.2015

Flüssiggashaushalte zahlen Zeche für importierte Inflation

Im bundesweiten Durchschnitt sinkt der Flüssiggaspreis leicht von 45,89 Cents auf 45,79 Cents je Liter. Es könnte sehr viel weiter nach unten gehen, wäre da nicht eine Europäische Zentralbank (EZB), die dem Euro den Boden unter den Füßen wegzieht.

Der massive Wertverlust des Euros dürfte erst mit Verzögerung in den Flüssiggaspreis einfließen. Aktuell ist 1 Euro mit 1,07 US-Dollar so wenig wert wie zuletzt vor zwölf Jahren. Vor zwei Wochen waren es noch 1,14 Dollar, im Mai 2014 hatte der Wechselkurs bei 1,40 gestanden.

Flüssiggaskunden müssen in gewisser Weise die Zeche für die ultralockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zahlen. Notenbankchef Mario Draghi will Inflation importieren. Ohne die geldpolitischen Abenteuer der EZB wäre der Euro wohl noch bei 1,20 Dollar und der Flüssiggaspreis unter 40 Cents.

Prognose: Flüssiggas im Sommer für 30 Cents je Liter

Nach Ansicht von Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn sei das Argument der Deflationsbekämpfung für die von der EZB in Gang gesetzten Käufe von Staatsanleihen nur vorgeschoben. Es gebe keine Deflation im Euroraum, sondern "einen konjunkturell hochwillkommenen Absturz der Ölpreise", so Sinn.

Die EZB gönne Energieverbraucher keine niedrigen Preise, sagen Kritiker. Stattdessen verteuere sie über eine künstlich geschaffene Weichwährung den Import von Öl und Gas. Mit der importierten Inflation helfe sie hochverschuldeten Ländern wie Italien ihre Schuldenberge abtragen.