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02.06.2013

Flüssiggas ist weißer Ritter für ausgequetschte Erdgas-Kunden

Das hatten sich die Gasversorger sicher anders vorgestellt. Eon und RWE gingen davon aus, sie fänden genügend Abnehmer für das von ihnen gekaufte russische Gas. Die Verbraucher spielten jedoch nicht mit. Es gibt genügend Alternativen zu dem als besonders teuer geltenden Gas des russischen Versorgers Gazprom. Das seit Jahren immer günstiger werdende Flüssiggas ist eine solche.

Eine zunehmende Zahl privater Haushalte stellt den Anschluss an das örtliche Gasnetz auf den Prüfstand. Ursache sind die deutschen Erdgaspreise, die seit Jahren nur eine Richtung, nämlich die nach oben. Die Alternative: Man kauft sich ein Flüssiggas-Brennwertgerät samt Tank und sucht sich fortan den Anbieter mit den niedrigsten Flüssiggaspreisen selbst aus.

Eon prüfe eine Kündigung der Verträge, weil das russische Gas zu teuer sei, berichtet die "WirtschaftsWoche" unter Berufung auf Konzernkreise. Der Düsseldorfer Energieriese wolle Erdgas zukünftig in erster Linie über die westeuropäischen Spotmärkte beziehen Auch RWE will die russische Gaskralle lösen. Man verhandelt derzeit an einem Schiedsgericht mit Gazprom über niedrigere Gaspreise.

Bisher boomte Flüssiggas in erster Linie in ländlichen Regionen, die sich netzunabhängig versorgen mussten. Bei Neubauten von Einfamilienhäusern kommt oftmals ein Mix aus Flüssiggas und Solarenergie zum Einsatz. Das ist umweltfreundlich, weil bei der Verbrennung von Flüssiggas weniger Kohlendioxid entsteht als bei Heizöl. Darüber hinaus sind Flüssiggas-Brennwertgeräte in der Anschaffung günstiger.

Weil das Bundeskartellamt einem in Deutschland sein Unwesen treibenden Flüssiggas-Kartell den Gar ausgemacht hat, gibt es einen funktionierenden Markt. Der Verbraucher profitiert von fallenden Flüssiggaspreisen. Erdgaskunden sind hingegen vom Wohlwollen Gazproms abhängig. Putin braucht hohe Öl- und Gaspreise, damit die russischen Staatsfinanzen nicht aus dem Ruder laufen.