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04.06.2013

Eon kauft künftig massenweise Flüssiggas in Kanada

In den deutschen Gasmarkt kommt Bewegung. Verbraucher können auf ein Ende ständig steigender Gaspreise hoffen. Die Ursache: Deutschlands größter Energiekonzern bezieht zukünftig Flüssiggas aus Kanada. Ab 2020 wird Eon nach dpa-Informationen jährlich 6,5 Milliarden Kubikmeter Gas von dem kanadischen Unternehmen Pieridae Energy beziehen.

Die russische Gaskralle, in der Deutschland wegen der Energiepolitik von Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) gefangen ist, beginnt sich zu lösen. Gazprom hat den Flüssiggas-Trend verschlafen. Darüber hinaus gilt das von dem russischen Gasriesen durch Pipelines transportierte Erdgas als sehr teuer. Eon prüfe bereits die Lieferverträge mit den Russen ganz zu kündigen.

Bei dem kanadischen Flüssiggas handelt es sich um verflüssigtes Erdgas (LNG), nicht zu verwechseln mit dem in Deutschland immer beliebter werdenden Autogas und Heizgas, das im Fachjargon als LPG Flüssiggas bezeichnet wird. LPG Flüssiggas, das aus den leichten Kohlenwasserstoffen Propan und Butan besteht, fällt bei der Raffinierung von Erdöl und der Förderung von Erdöl und Erdgas an.

Der deutsche Gaskunde wird in Zukunft eine größere Angebotsvielfalt vorfinden. So dürfte das kanadische Gas frei von der als überholt geltenden Gas-Ölpreiskopplung sein. Die Ölpreisbindung wurde zwar durch ein Urteil des Bundesgerichtshofes vor Jahren bereits aufgehoben. In der Praxis änderte sich jedoch wenig, weil Gazprom an der Kopplung nach wie vor festhält.